Im Einklang mit dem Aufschrei Palästinas am Nakba-Tag

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(Der folgende Text wurde anlässlich der Nakba-Tag-Demonstration in Berlin geschrieben, und von einem Mitglied von "Praxis" auf der Demo vorgelesen)

Palästina ist das pochende Herz der Welt der Unterdrückten, da es den Kampf nie aufgegeben hat. Palästina ist die Erscheinungsform des historischen gemeinsamen Ideals, das die Kämpfe der Völker der Welt verbindet. Am Palästina-Thema misst sich die Verpflichtung zum Menschsein; wo sich politische und ideologische Positionen offenbaren; weil ein Mittelweg unmöglich ist, wenn es um Palästina geht: Mensch stellt sich auf die Seite der Unterdrücker oder auf die der Unterdrückten, auf der Seite der Besatzer oder hinter Palästinas Kampf gegen die Besatzung, entweder unterstützen wir die koloniale, repressive und rassistische Regierung Israels in verschiedenen Formen und Ebenen oder wir unterstützen Palästinas Kampf gegen Imperialismus, Kolonialismus und Besatzung und nehmen an seinem Kampf für Emanzipation Teil.

Der Nakba-Tag ist nicht nur die Mahnung 68 jähriger Vertreibung sondern auch eines 68 jährigen Widerstandes und Kampfes der Palästinenser*innen. Der Nakba-Tag ist die Mahnung, dass jeder Weg außer dem Weg des Kampfes gegen Zionismus, Besatzung, Vorurteile, Rassismus und Repression nur zu einer Fortsetzung dieser Katastrophe und dieser Repression führen kann. Diese 68 Jahre Besatzung und der Widerstand dagegen zeigen, dass die wahre Lösung die Entwicklung eines radikalen Befreiungskampfes ist, dessen unmittelbares Ziel die Selbstbestimmung der Palästinenser*innen sein muss, als auch das Rückkehrrecht für die über 6 Million Palästinenser*innen, welche Zwangsvertreibung und Exil ausgesetzt sind. Die Geschichte des 68 jährigen palästinensischen Kampfes mit seinen Höhen und Tiefen schließt jegliche Lösung aus, die auf Verhandlungen zwischen Besatzer und Besetztem für ein heuchlerisches Zusammenleben basiert, und ist der Beweis für die Rechtmäßigkeit des kollektiven Widerstandes und Kampfes für eine echte Gleichberechtigung, unabhängig von Rasse und Religion. Diese Geschichte ist zudem der Beweis für die Legitimität des kollektiven Kampfes, welcher nicht nur Menschen- und Zivilrechte zurückverlangt, sondern auch eine Existenz aller Bewohner*innen des historischen Palästinas, die auch die Vertriebenen und im Exil Lebenden einschließt. Das Erreichen dieses Zieles bedarf nicht nur weitere kollektive Kämpfe der Palästinenser*innen, sondern auch eine aktive Intervention seitens aller progressiven Kräfte, die den Kampf für Palästina als ein untrennbares Teil jeglicher Bemühung nach Befreiung sehen und diesen deswegen als Bestandteil ihres eigenen Kampfes betrachten.

Das Palästina-Thema hat darüber hinaus für uns – eine kleine Gruppe iranischer Kommunist*innen im Exil – auch weitere Aspekte. In der Geschichte des kommunistischen Kampfes in Iran war die ideologische und politische Unterstützung des palästinensischen Kampfes ein untrennbares Teil der Strategie des Kampfes. Weiterhin gab es direktere Verbindungen, unter anderem die Zusammenarbeit in dem bewaffneten Kampf. In der Zeit vor der Revolution waren die palästinensischen Guerilla-Camps Ausbildungsorte für iranische kommunistische Gruppierungen als auch Möglichkeiten für Verbindungen zu anderen Völker. Der historische Zusammenhang zeigt uns, dass linke iranische Revolutionär*innen, die wie in der Vergangenheit sowohl gegen das iranische Regime als auch an der palästinensischen Front einen bewaffneten Kampf geführt haben, auch heute noch iranische kommunistische Kräfte die Verpflichtung haben, diese zwei Fronten zu verbinden. Für uns ist diese kämpferische Strategie unser Erbe, das auch die manipulative Propaganda der repressiven Regierung der islamischen Republik bloßstellt und wobei wir gegen machtvolle Lobby-Gruppen des zionistischen Regimes kämpfen als auch einen anti-hegemonialen Kampf gegen einen reformistischen Diskurs organisieren, der die Frage der Besatzungsmacht Israels auf ihre Beziehungen mit Iran reduziert. Nach unserer Ansicht ist es unmöglich, ohne die Befreiung Palästinas jegliche Art von Frieden in der Region zu erreichen und die mögliche Emanzipation der Unterdrückten Menschen in den Ländern der Region führt zwangsläufig durch den Weg der Allianz progressiver Kräfte und ihres gemeinsamen Kampfes gegen die kapitalistischen repressiven Regierungen. Deswegen ist für uns der Kampf Palästinas gegen den repressiven und besetzenden Staat Israels zwangsläufig mit dem Kampf gegen das tyrannische Regime der islamischen Republik verbunden.

Wir sind hier, um mit euch mit einer Stimme mit Palästina aufzuschreien und die Zusammenarbeit und Politik der westlichen Regierungen in Unterstützung von Israels verbrecherische Regierung zu entblößen; wir sind hier, um den Schwindel der diktatorischen und repressiven iranischen Regierung im Bezug auf ihre heuchlerische Unterstützung Palästinas zu entblößen, die nur das Ziel des politischen und ökonomischen Einflusses sowie die Unterdrückung und Ausbeutung des Proletariats vor den Augen hat; Wir wollen verdeutlichen, dass jegliche emanzipatorische Alternative in der Region nur durch einen internationalen, radikalen, massiven und vielfältigen Kampf gegen die Herrschaft des Kapitals und seine regionalen Politiken gebildet werden kann und dass Palästina der kritische Punkt in diesem Kampf ist.

Unserer Meinung nach kann die Unterstützung des palästinensischen Kampfes und die Teilnahme darin nicht zu einer bloßen Menschenrechtsfrage reduziert werden, doch diese Unterstützung und Teilnahme erfordert unsere Loyalität zu radikaler Politik und die gleichzeitige Bemühung, für die Herausforderungen, mit denen die emanzipatorischen Bewegungen konfrontiert sind, eine Antwort zu finden: Flucht und Vertreibung, Zionismus, Rassismus, Kolonialismus, Imperialismus, der Kampf für Selbstbestimmung, radikaler Kampf und Widerstand mit all seinen Formen und Mitteln sowie anderen Schlüsselkonzepten für die globale sozialistische Bewegung. Wir lernen von Palästina nicht nur Widerstand und Durchhaltevermögen, sondern auch die Sicht, dass es immer neue Wege, Strategien und Mittel gibt, um den Kampf weiterzuführen – auch angesichts der systematischen Repression, die von imperialistischen Mächten und gleichgesinnten Regierungen unterstützt wird. Eine Sicht, die die Möglichkeit des Kampfes immer erkennt, kann die Hoffnung am Leben halten.

Und schließlich möchten wir uns der Worte des verstorbenen Torab Haghshenas anschließen, des Kombattanten und kommunistischen Genossen, Unterstützer aller Werktätigen und aller unterdrückten Völker der Welt, insbesondere des Palästinensischen, der sagte: „Angesichts der angehenden Angriffe seitens der Welt des Kapitals, die versuchen, die Palästinenser*innen zu vernichten, sind wir alle Palästinenser*innen“.

Es lebe der internationale Kampf für Befreiung von Besatzung und von der Herrschaft des Kolonialismus und Kapitals! Es lebe der Kampf des palästinensischen Volkes!


Praxis

Mai 2016

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