Wie die Opposition zum Antisemitismus zur Unterdrückung und Passivität instrumentalisiert wird | A. Hosuri & A. Akhavan

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Dieser Artikel, eine Wiederveröffentlichung aus Indymedia vom 12.12.2014, wurde zuerst im Juli 2014 auf Persisch publiziert. Trotz unserer Mühe hat uns leider nicht gelungen früher den Artikel in deutsche linken Medien zur Publikation zu bringen. Wir glauben allerdings, eine Diskussion über die Stellung und das Verhalten der Linken, bezüglich der Situation in Palästina, weiterhin relevant und aktuell ist, solange die brutale Unterdrückung durch den israelischen Staat anhält.

von  A. Hosuri  &  A.  Akhavan

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1. Die vermeidbaren diskursiven Widersprüche der Herrschenden Opposition zum Antisemitismus

Während das israelische Regime Palästinenser_innen im Gaza am helligstem Tag wieder tötet, wachsen auch wieder die Stimmen, die diejenigen, die gegen diese neuen systematischen Verbrechen protestieren, als „Antisemit_innen“ [1] bezeichnen. In fast jeder europäischen Großstadt, jedes mal wenn bewusste Teile der Gesellschaft friedlich gegen die tagtäglichen Verbrechen dieses praktisch einseitigen „Krieges“ demonstriert haben, wurden auch Anti-Demonstrationen und Gegenveranstaltungen (obwohl viel weniger besucht) organisiert, um den sogenannten „antisemitischen Charakteren“ der Proteste entgegenzutreten, oder in manchen Fällen sogar um direkte Unterstützung für Israels sogenanntes „Recht auf Selbstverteidigung“ zu zeigen.

Zudem, als die israelischen Militärinvasionen gegen die ungeschützten Menschen Gazas zunahmen, genannen auch die hegemonialen Massenmedien ihre einstimmigen Versuche, die Inhalte der andauernden und sich verbreiteten Demonstrationen zu verzerren [2], indem sie nur ihre „antisemitischen“ Aspekte betonten. Abgesehen von denjenigen Berichten und Analysen, die diesem neuen Medien-Trend nur deshalb gefolgt sind, um ihr intelektuelles Verständnis und ihre „Verpflichtung“ der eigenen moralischen Überlegenheit vorzuzeigen, haben diese befangenen Berichte bewusst ein klares Ziel gestrebt: Die Demonstrationen daran zu hindern, mehr Öffentlichkeit zu erreichen, was die zukünftigen Konsequenzen der zunehmenden israelischen Militärinvasion beeinflussen könnte, und um ihre Ausweitung in Masse und Umfang dringend zu verhindern. In dieser Hinsicht haben die Massen-Medien versucht, basierent auf ihrer langen Tradition und konform mit den üblichen Politiken der westlichen Staaten, die neuen angreifenden Anstrengungen des israelischen Regimes mit einer „passenden“ Berichterstattung zu versorgen, mit dem Ziel, die emotionelle Reaktion der Öffentlichkeit herunterzuspielen und sie in eine passive „Neutralität“ umzulenken.

Als Folge dessen, und durch Erhöhen der Problematik und des Antagonismus der Proteste, wird die Errichtung einer starken Koalition innerhalb der Zivilgesellschaft und politischen Kreise gegen diese angehende Verbrechen systematisch unterbrochen, behindert und sogar verhindert. Eine Koalition, die bedeutenden Druck auf Israels Regime ausüben könnte. Dies bildet eine passende Ergänzung für die unterstützende Allianz, oder mindestens für das zustimmende Schweigen der westlichen Mächte angesichts den eingreifenden expansionistischen Politiken des israelischen Regimes.

Ohne Zweifel, existieren antisemitische Tendenzen (in säkularer als auch in religiöser Form) immer noch in den Realitäten um uns herum, und sollten angesprochen und konfrontiert werden, genau wie Anti-Islamismus und Fremdenfeindlichkeit [3], als ein ernsthaftes Problem der heutigen Welt. Zweifelsfrei existieren auch antisemitische Tendenzen zum Teil im Umfeld der Kämpfe gegen die Besatzung Palästinas durch Israel. Jedoch, das Projizieren einer essenzialistischen und unhistorischen Interpretation vom Antisemitismus als die einzige Perspektive der jetzigen Demonstrationen rührt entweder aus tiefer Ignoranz oder aus vorbedachter Absicht. Wenn die stetigen Warnung gegen den Aufstieg von Antisemitismus tatsächlich aus unverfälschter Sorge stammt, dann sollten lieber die Vertreter solcher Ansichten, zusammen mit und sogar mehr als ihre Anstrengungen gegen die Gefahren des Antisemitismus, diejenigen Politiken und Politiker_innen anvisieren, die ihre Verbrechen ständig im Namen des Judentums durchführen und rechtfertigen, und behaupten, die Interessen und Sicherheit der jüdischen Menschen zu beschützen. Diese Politiken und Politiker_innen, die gleichzeitig jede mögliche Täuschung verwenden, um einen Kurs Richtung eines gerechten Friedens zu vermeiden und zu verhindern. Jede Fortsetzung eines langfristigen Kolonisierungsprozesses ist zwangsläufig mit einer Reihe von unmenschlichen Aktionen – wie Verbrechen, Mord, Diskriminierung usw. – verbunden, sowie mit der Unterdrückung von jeder Art vom Widerstand und der Ablehnung der Möglichkeit und des Rechtes auf Widerstand von den unterdrückten Menschen, in diesem Fall den Palästinenser_innen. Kein Wunder, dass das Durchführen solche Aktionen, während sie gleichzeitig so dargestellt werden, als würden sie im Namen der Jüdischen Menschen geführt, die widerlichen Reste der antisemitischen Tendenzen auslösen und zu ihrer Legitimierung weltweit beitragen. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass Bereiche der pro-palästinensischen Kämpfe auch teilweise von diesem Klima beeinflusst werden. Allerdings, eine essentialistische Ansicht dieses Themas, während die materialistische ignoriert wird, stellt Antisemitismus als eine kulturelle und auf Persönlichkeit basierte Eigenschaft dar, die halb-stumm die verschiedenen historischen und materialistischen Umstände überlebt, um gelegentlich durch die Aktionen manch politischen Übels wieder erweckt zu werden.

Weiterhin setzt das ständige Verwenden des Etikettes „Antisemitisch“, um alle Proteste zu denunzieren und verzerren, die gegen die Aggressivität und Brutalität des israelischen Regimes veranstaltet werden, voraus, dass dieses Regime tatsächlich die Verkörperung des Judentums sei [4]. So eine Darstellung, indem sie die historische Verbrechen gegen die Juden (und vor Allem der Holocaust) betont, schützt Israels Regime gegen jede Kritik, moralische Anklage oder politische Ablehnung. Das ist auch der Grund weshalb pro-israelische Propaganda die Gegenargumente von antizionistischen Juden so oft ignoriert, die klar Stellung gegen die Besatzung Palästinas und die damit verbundenen systematischen Verbrechen seitens der israelischen Regierungen beziehen; ein Vorgang, in dem die Stimmen zahlreicher Akademiker_innen, Journalist_innen, politischer Aktivist_innen und verschiedener für den Frieden kämpfenden Gruppierungen (wie „Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden im Nahost“ [5], als Beispiel) ignoriert [6] und sogar delegitimiert werden, unter dem Vorwand, sie seien vom („Selbst“-) Antisemitismus geplagt. In der Tat wäre das israelische Regime nicht in der Lage gewesen, seine verschiedenen angreifenden Strategien ständig voranzutreiben (wie die Vertreibung einheimischer Palästinenser_innen und die Säuberung des palästinensischen Landes, die Trennung von Menschen voneinander durch Einzäunung und die Errichtung der Mauer, den Aufbau von Siedlungen, die Isolierung von und Blockade auf Gaza, die Unterdrückung des palästinensischen Widerstandes, die regelmäßigen Massaker und Militärinvasionen usw.), ohne einen Diskurs zu fördern, der Israel als das ewige Opfer des Antisemitismus abbildet. Dieser ausgearbeitete Diskurs, der versucht, die Fundamente und Konsequenzen der Besatzung zu rechtfertigen und zu verstärken, wird auch weitgehend durch die zentralen Politiker_innen der westlichen Mächte und ihrer Hof-Massenmedien wiederholt und verbreitet, welche die verschiedene Positionen, tief innerhalb des Spektrums der pro-israelischen Propaganda  annehmen.

Da das Aufrechterhalten und die Beförderung der zionistischen Ideologie, als Kernideologie des israelischen Regimes, das Auslösen von Gewalt, Terror und militärischer Stimmung erfordert, um die Folgen seiner unmenschlichen Handlungen für das öffentliche Leben zu kontrollieren und zu handhaben, erfordert es gleichermaßen das Verstecken hinter einer Fassade eines Opfers des Antisemitismus. Von daher ist die Antisemitismus-Karte zu spielen ein untrennbares Teil der politischen Tagesordnung und Strategie der zionistischen Bewegung heute, die in Israels Regime verkörpert ist.

Deshalb, solange Antisemitismus nur auf Kosten des Vernachlässigens der angehenden Verbrechen gegen andere Menschen [7] (und besonders diejenigen Verbrechen, die systematisch im Namen der jüdischen Menschen begangen werden) entgegengetreten wird, fällt der Kampf gegen Antisemitismus, paradoxerweise, in den Abgrund des Ethnizismus und anderer Formen des Rassismus hinein, genauso wie er leicht von dem israelischen Regime für seine zionistischen und neokolonialen Politiken instrumentalisiert wird. 

2. Die jetzigen Auswirkungen der herrschenden Opposition zum Antisemitismus

Die enormen Demonstrationen gegen die jüngste Invasion Israels in den Gaza-Streifen haben gegensätzliche Reaktionen verursacht, deren Kritik hauptsächlich als eine Kritik gegen Antisemitismus artikuliert wurde. Solche Reaktionen und ihre Diskursiven und politischen Auswirkungen bieten eine Fallstudie an, um die Folgerungen und Anwendungen der herrschenden Version der Opposition gegen Antisemitismus zu beobachten, insbesondere im historischen Kontext.

Die Kritiken und Vorwürfe, die verwendet werden, um diese Proteste abzulehnen, stützen sich auf einzelne Erscheinungen, die während Demonstrationen beobachtet wurden. Diese Vorfälle werden dann automatisch so interpretiert, als hätten sie Bezug auf Antisemitismus als Hauptinhalt der Proteste. Laut so einer Darstellung, zum Beispiel, wären die jüngsten Proteste gegen Israels Regime von fundamentalistischen islamischen Gruppen mit großer Teilnahme von Neonazis, beide von antisemitischen Antrieben motiviert, geführt worden. Um diese Position zu rechtfertigen, verlassen sich ihre Befürworter auf folgende Beobachtungen, manche wahr und manche verdreht, die während der Demonstrationen sichtbar bzw. angeblich sichtbar waren, und stellen sie alle als nackte Tatsachen dar:

Islamische Parole (Wie „Allahu-Akbar“, „La-Ilaha-Illallah“ usw.) oder Fahnen mit islamischem Inhalt; die Anwesenheit von Einzelpersonen, deren Aussehen den Stereotypen islamischer Fundamentalisten entspricht; die Anwesenheit einiger Einzelpersonen, die T-Shirts mit der Abbildung von Ali Khamenei oder Erdogan trugen; die Anwesenheit berüchtigter Personen aus der deutschen Neonazi-Szenen, die Schilder oder Klamotten mit Beschriftung gegen Israel oder für Palästina trugen; die Parole „Down with Israel“ oder Menschen, die das israelische Regime „Kindermörder“ nannten [8]; und sogar Parolen, die die BDS-Kampagne unterstützten [9].

Solche Erscheinungen werden von den pro-israelischen Medien ausschließlich betont und überdreht als wären sie die Gesamtheit und Wesen dieser Proteste, um ihre Bezeichnung als antisemitisch, durch diesen extremen Reduktionismus, „plausibel“ erscheinen zu lassen. Bis jetzt waren diese Anstrengungen, wenn man sie als Teil der üblichen Funktionen der pro-israelischen Propaganda betrachtet, irgendwie vorhersehbar; jedoch, es war überraschend zu betrachten, wie Teile des linken Spektrums und radikale Aktivist_innen auch die gleiche Position angenommen haben, um praktisch  nur ein Echo der Stimmen der Apologeten des israelischen Regimes zu werden. Ihre Schlussfolgerung aus dieser ganzen grausamen Katastrophe war nur ein Zurücktreten und Alarmieren gegen die Gefahren des Antisemitismus. Unter denen, die zum Beispiel in Deutschland solche Positionen angenommen haben, waren Teile der antifaschistischen Linken und autonomer Aktivist_innen sowie Teile der nicht-deutschen Aktivist_innen, die oft von den herrschenden Tendenzen innerhalb der aktivistischen Umgebung beeinflusst werden. Diese Gruppen und Einzelpersonen waren nicht bereit, eine aktive Rolle in einem Umfeld anzunehmen, der eventuell vom Antisemitismus „kontaminiert“ ist. Allgemeiner, ist der israelisch-palästinensische Konflikt im heutigen Deutschland eins der kompliziertesten Themen, wahrscheinlich wegen des historischen Hintergrundes des Holocausts und seiner vielschichtige Auswirkungen auf das kollektive Gedächtnis, die in verschiedenen Arten von politischen Normen und sogar Dogmas in der Zivilgesellschaft zu finden sind. Als Nachfolge wurde es viel einfacher für Politiker_innen und Staatsmedien ziemlich weiche Positionen gegenüber Israels Politik zu beziehen. Bei solchen Umständen, zusammen mit den vagen aber letztlich sehr ausgeweiteten Grenzen der Definition vom Antisemitismus, kann die Benennung als „Antisemit“ ziemlich hohe Kosten in persönlichen und sozialen Aspekten mit sich tragen. Deshalb wurde plötzlich ein beachtlicher Teil der radikalen Linken, die sich normalerweise nicht darum scheren würden, wenn die Massenmedien sie mit Rechtsextremist_innen vergleicht, ziemlich konservativ, wenn es um den palästinensisch-israelischen Konflikt geht. Eine gewisse Strömung innerhalb dieses Spektrums, um diese historische Komplexität zu vermeiden, erfand sogar eine umgekehrte Lösung: eine Mischung von Opposition gegen Deutschland als Nationalstaat, zusammen mit bedingungsloser Unterstützung des israelischen Regimes. Diese Lösung ist eine einfache Methode, der Komplexität aus dem Weg zu gehen, anstatt die aktiven Schritte zu machen, um die historischen Umstände und die Mechanismen der systematischen Verbrechen, die sie verkörpern, zu verstehen, und dementsprechend ihre eigene politische Verantwortung anzunehmen.

Allerdings, auch von dieser extremen Tendenz abgesehen, war die generelle Herangehensweise der Linke in Deutschland an die jüngste israelische Invasion in Gaza und insbesondere ihre Reaktionen auf die entsprechenden Proteste und Demonstrationen extrem vorsichtig, skeptisch und distanziert. Diese Art von Positionierung, an Konservatismus grenzend (und deshalb rechtmäßig als „progressiver Konservatismus“ bezeichnet), war ein typisches Verhalten unter Linken, aber nicht unter allen Strömungen. Diese Vorgehensweise, eine Sicherheitsdistanz von den Protesten einzuhalten oder nur die zuwachsende „Gefahr“ des Antisemitismus zu verurteilen, hat ihre passende Begründungen durch den einen oder anderen Vorfall, die während der Demonstrationen zustande kamen und von den Medien systematisch übertrieben wurden, leicht gefunden. Da solche Argumentation und Positionierung nicht nur für die jetzigen Ereignisse relevant ist, werden hier diese linken Tendenzen als „Puritanische Linke“ bezeichnet; trotz ihrer radikalen und emanzipatorischen Überzeugungen, haben sie in der Tat (oder werden es noch tun) die Palästinenser_innen in der Zeit ihrer größten Unterdrückung und im Prozess des ungleichen Kampfes gegen die Besatzung in Stich gelassen.  Da diese Linke ihre Positionierung dadurch rechtfertigen, dass sie die „Unreinheiten“ hervorheben, die während der Demonstrationen beobachtet wurden, werden wir später auf diese „Unreinheiten“ oder „begrenzte Erscheinungen“ zurückkommen.

Zusammengefasst, wieder einmal wurde die Opposition zum Antisemitismus auf die Klischees reduziert, die sich nur mit dem Betonen von Erscheinungen befassen; und so fanden die Kritik und Ablehnung der Proteste gegen die israelischen Verbrechen viel mehr Aufmerksamkeit als die angehenden Verbrechen selbst. Die herrschende Versionen dieses Diskurses haben die einheimischen Bürger_innen der westlichen Aufnahmegesellschaften stark beeinflusst, besonders diejenigen, die sich als Aktivist_innen betrachten und sind Teil von politischen Kreisen, indem sie Misstrauen und sogar feindliche Haltungen und Reaktionen unter denen verbreitet haben. Infolgedessen, nicht nur dass die politischen Kreisen und Gruppierungen der Aufnahmegesellschaften noch keine wesentliche Rolle in dem Organisieren der Proteste gegen die israelische Verbrechen angenommen haben, sie haben nicht mal aktiv an den Protesten teilgenommen, die von „fremden“ Gruppierungen organisiert wurden (oder sie, aus den oben genannten Gründen, manchmal komplett vernachlässigt). Das hatte zur Folge, dass die Demonstrationen gegen die israelischen Verbrechen mehr und mehr wie Demonstrationen von „Fremden“ erscheinen, was teilweise auch der Wahrheit entspricht, da das Thema der Demonstrationen selbst anscheinend nur „Die Fremden“ interessiert. Bei diesen Umständen, sind diese Proteste der Gefahr ausgesetzt, unter den vorherrschenden Komplexitäten und Klischees von ethno-religiösen Identitäten begraben zu werden. Und da ist genau der Punkt, an dem das zentrale Anliegen dieser Demonstrationen, nämlich die Situation der Palästinenser_innen, verzerrt und eventuell wieder vergessen wird.

 

3. Die „Unreinheiten“ untersuchen

 

An dieser Stelle ist es notwendig, dem, was wir vorher als „Unreinheiten“ bezeichnet haben, und den begrenzten Erscheinungsformen, die während der jüngsten Proteste aufgetreten sind, Aufmerksamkeit zu schenken. Auf diese Weise wird es uns möglich sein, eine vorläufige Bewertung der Eigenschaften und Bedeutung dieser sogenannten antisemitischen Erscheinungen zu bewerten, und in dem wir diese Erscheinungen thematisieren, zu sehen, wie realistisch diese Vorwürfe der Belastung der Demos durch antisemitischen Inhalt genau sind.

Anbetracht der historischen Ereigniskette am Ende des ersten Weltkriegs, kann das palästinensische Problem fast Hundert Jahre zurückverfolgt werden. In diesem Zeitraum hat einerseits das ganze Leid, das den Palästinenser_innen zugefügt wurde, zusammen mit ihrem kontinuierlichen Widerstand und Kämpfen, seine unauslöschbare Spur auf die Geschichte der Menschen im zwanzigsten Jahrhundert hinterlassen. Gleichzeitig wurden Millionen von Palästinenser_innen zu Gefangenen in Ghettos innerhalb besetzten Palästinas, oder als Flüchtende und Exilanten vertrieben. Diese Menschen sind die lebendigen Träger der hundertjährigen Geschichte palästinensischen Schmerzens, die Erben genau desselben Leidens des Palästinenser_innen-Seins. All das Unrecht und Unterdrückung, die jemals den Palästinenser_innen auferlegt wurden, verkörpern in sich die lebendigen palästinensischen Menschen, wie die im Gaza Lebenden, und als solche sind sie ein Grund für Mitgefühl und Solidarität. Diese Solidarität ist natürlich stärker bei Menschen mit Ursprung in arabischen Ländern oder in Regionen mit muslimischen Hintergründen, wegen der sprachlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten. Nichtsdestotrotz, ist diese Solidarität auch kombiniert und artikuliert durch eine Art der Selbstidentifizierung, da Menschen, die aus arabischen oder muslimischen Ländern im Nahen Osten stammen, auf die eine oder andere Art und Weise die Konsequenzen der imperialistisch dominierten Strömungen und Politiken in ihren Heimatländern erfahren haben. So hat das Leiden der Palästinenser_innen gleichzeitig eine generelle und eine partikuläre Seite, beide agitierender Natur. Vielleicht reicht diese Perspektive um zu verstehen, warum es hauptsächlich „Ausländer“ waren, Menschen aus arabisch-muslimischen Ländern, die auf den jüngsten Protesten gegen Israels Verbrechen zu sehen waren [10], und die wütend in verschiedenen europäischen Städte auf die Straßen gingen. Weiterhin sind diese Menschenmasse, die dem Terror der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zustände, die in ihren Heimatländer herrscht, entflohen sind, auch in den westlichen Gesellschaften nicht willkommen, da sie als „Ausländer“ systematisch als Fremde gesehen werden. Das könnte als eine Begleiterscheinung der Herrschaft der kapitalistischen Mechanismen betrachtet werden, durch die sogar einheimische Staatsbürger_innen systematisch entfremdet werden, und wo Nationalismus als hintergründige ideologische Treibkraft funktioniert, um eine Gesellschaft ohne jegliche wahre Solidarität zu produzieren. Deswegen haben diese „Ausländer“ genügend Gründe, um jedes mögliche Mittel zu nutzen, um ihre Identität neu zu konstruieren. Und in diesem Prozess ist es nicht verwunderlich, dass ihr gemeinsamer arabisch-muslimische Hintergrund als der wichtigste gemeinsame Faktor in dem Zusammenstellen ihrer kollektiven Identität dient. Zusätzlich, in Gesellschaften, in den sich Fremden- und Ausländerfeindlichkeit [11] hinter Antiislamismus verbergen, es ist ebenfalls nicht verwunderlich, dass immer wenn diese „Ausländer“ gemeinsam auf die Straße gehen, sie ihre eigene Identitäten und ihre entsprechenden Verschiedenheiten zu den „Aufnahmegesellschaften“ stark betonen. Zudem, was den konkreten Fall der humanitären Krise im Gaza angeht, gibt es einen weiteren Faktor, der diese „Ausländer“ anregt, auf ihre Identitäten zu beharren, nämlich die Tatsache, dass die Regierungen, Politiker_innen und Massenmedien in den westlichen „Aufnahmegesellschaften“ entweder eine Klare Stellung an der Seite Israels bezogen haben, oder eine passive Haltung einer Halbneutralität (z.B. „Beide Seiten tragen eine Verantwortung“) annehmen, die in der Tat Israels Hände befreit, um seine neue angreifende Vorhaben straflos zu erweitern  [12] .

 

Die Tatsache, dass manche dieser Menschen (meistens diejenigen, die aus arabischen-muslimischen Hintergründen stammen) in so vielen europäischen Städten auf die Straßen gingen, um gegen Israels Verbrechen zu demonstrieren, kann auf eine Motivation von mehreren Faktoren zurückverfolgt werden, die grundlegend aus Bewusstsein und Identität bestehten. Vor allem, ihre Selbstverpflichtung für menschliche Moralität und ihre Identifizierung mit den Opfern (wegen gemeinsamer Hintergründe und der Aspekte ihrer sozialen Existenz) sind miteinander untrennbar verbunden und verschmolzen. Für diese Menschen spielen entweder ihre konkreten politischen Überzeugungen keine große Rolle in ihrer Entscheidung, auf die Straßen zu gehen, oder sie tragen nur als zweitrangiger Faktor einer Minderheit der Teilnehmer_innen dazu bei (obwohl die Identitätselemente der Teilnehmer_innen anteiligen Einfluss auf die finale politische Inhalte dieser Proteste hatten). Obwohl solche politische Aktionen sich hinter den direkten politischen Motivationen und Orientierung abspielen, sind sie eine Sache der Bereiche der sozialen Einflüsse der heutigen politischen Diskurse. Aus dieser Sicht reflektieren die Ausnahmefälle und unangenehmen Vorkommnisse, die während dieser Demos aufgetreten sind (und auf verzerrende Weise als der sogenannte antisemitische Inhalt dieser Demos dargestellt wurden), im Endeffekt, nur die Schwäche der linken Diskurse und Organisationen innerhalb der Gesellschaften und insbesondere unter Menschen nahöstlicher Herkunft [13]. Im engeren Sinne, wegen der Schwäche oder gar absoluten Abwesenheit linker Organisationen und Kollektive in dem Organisieren der Demos gegen die angehende Verbrechen Israels, wurden die meisten Proteste entweder von islamischen Gruppen und nation-basierten Vereinen aus dem Nahen Osten organisiert, oder mit ihrer aktiven Unterstützung veranstaltet, selbst wenn das Thema Palästina, wegen seiner multilateralen politischen Aspekte und Auswirkungen, seit langer Zeit eine prominente Position in linken Kämpfen und Aktivitäten auf der ganzen Welt hält (und auch in linker Literatur gut vertreten ist). Auf ähnlich Weise haben auch linke Diskurse und Organisationen eine bedeutende Rolle innerhalb der Traditionen des Widerstandes und Kampfes in Palästina gespielt.

 

Jedoch ist all bedeutet dies nicht, dass die relative Abwesenheit linker Kräfte in den Demonstrationen dazu geführt habe, dass diese von fundamentalistischen Ideen oder antisemitischer Haltung dominiert werden, wie es zu Unrecht in den dominanten Massenmedien dargestellt wird. Es bedeutet nur, dass diese Abwesenheit linker Kräfte die Demonstrationen fragiler und anfälliger  für Missbrauch durch die verborgenen und sichtbaren Feinde Palästinas gemacht hat, und reduzierte und begrenzte dementsprechend ihr emanzipatorisches Potential. Es ist anzumerken, dass in den letzten Jahrzehnten, immer wenn der linke Einfluss in den Kämpfen um Palästina schwächer wurde, arabisch-muslimische Diktature (wie Iran, die Turkey, Saudi-Arabien, Qatar usw.) und verschiedene durch Imperialismus unterstützte reaktionäre und fundamentalistische Gruppen bedeutende Schritte nach vorn gemacht haben, um diese Lücke zu füllen. Es ist ersichtlich, dass diese Kräfte nur das Leiden der Palästinenser_innen instrumentalisieren möchten, die Passivität der globalen Gesellschaft ausnutzend, um ihre populistische Politik zu bekräftigen; dieselbe Politik, die in Wirklichkeit Israels Propaganda-Bestrebungen, sich als das „wahre Opfer“ des Terrorismus darzustellen, bloß verstärkt haben. Solche Einmischungen haben eine klare gemeinsame Tendenz mit den Handlungen und ideologischer Darstellung des israelischen Regimes, in dem sie das palästinensische Problem in ein falsches Bild eines Konflikts zwischen Islam und Judentum, bzw. zwischen Arabern und Juden, verzerren.

Allerdings, was politische Orientierung angeht, waren mehrere andere Tendenzen in den meisten Demos, in den das relative Gewicht der politischen Tendenzen den Überzeugungen der organisierenden Gruppen nah stand, klar zu sehen. Um genau zu sein, haben die „Ausländer“ aus arabisch-muslimischen Ländern die Demonstrationen zahlenmäßig dominiert; diejenigen, die normalerweise nicht als politisch engagiert betrachtet werden. Ihre Teilnahme in großen Zahlen, die die üblichen Akteure westlicher politischen Kreise und Zivilgesellschaften erstaunt, sogar gestört hat (z.B. die Kommentatoren der dominierenden Massenmedien), könnte sich, wie oben erwähnt,  hauptsächlich durch eine Motivation von mehreren Faktoren erklären, die sich auf Moralität, Identität und soziale Ontologie basiert. Der Grund, weshalb es möglich wurde, dass so eine inhomogene und normalerweise unpolitische Masse von Menschen sich auf den Straßen zusammenfindet, um zu protestieren, ist die gewaltige und vielfache Unterdrückung, der die Palästinenser_innen ausgesetzt sind. Das ist der unsichtbare, aber politisch optimistische Aspekt dieser Demonstrationen, der seinen Ursprung in dem emanzipatorischen Potential des palästinensischen Problems findet, das politisch und ontologisch eine beispiellose Erscheinung in der heutigen Welt ist. In Anbetracht der oben erwähnten Argumente sind jegliche Versuche, die Menschen, die islamische Symbole in den Protesten benutzt haben, als „Salafisten“ zu bezeichnen, nur ein Beweis für den Erfolg von Islamhass und Anti-Islamismus. Auf ähnliche Weise ist das Bezeichnen von jedem, der die Parole „Nieder mit Israel“ [14] oder pro-Hamas Parolen ruft, als „Antisemit“, nur ein Zeichen für den Umfang des Einflusses der konstanten Manipulationen, die von den westlichen Mächten geführt werden; dieselben Mächte, die mit ihrer gemeinsamen Vorgehensweise an das palästinensische Thema nur die Sicherheit der Besatzer im Sinn haben, und wieder und wieder nur die Art von Friedensabkommen vorschlagen, die die Grundlagen der Besatzung nie stören könnten. Mittlerweile erlauben diejenigen, die im Einklang mit der Massen-Media Hamas dämonisieren, ohne ihre existenzielle Ursprünge, den Kontext ihres Zuwachses und die Gründe hinter ihrer relativen Popularität in Gaza in Betracht zu ziehen, Israel tatsächlich ungestört all seine Pläne durchzuführen (die sogenannte „Präventive Verteidigung“), unter dem Vorwand einer Kontrolle von Hamas Aggressionen. Während konkrete Kritik an Hamas, als ein notwendiges Teil linken Engagements oder Vermittlung, Nichts mit ihrer Dämonisierung zu tun hat, ist es im Rahmen solcher Dämonisierung, dass die neuesten von Hamas angebotenen Bedingungen [15] für einen Waffenstillstand keine öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, was Israel ermöglicht hat, sie viel leichter zu missachten oder zu verdrehen. Das wiederum hat Israel ermöglicht, jegliche Friedensprozesse zu vermeiden, indem es seine militaristische Politik und Angriffe fortgesetzt hat, die ganz klar das Ziel haben, die neue Koalition zwischen Hamas und Fatah [16] zu zerschlagen. Während die westliche Welt in Hamas nur die Entschlossenheit sieht, Israel zu vernichten, sehen darin manche Palästinenser_innen und ihre Unterstützer_innen, mit ihrer gewissen Erträglichkeit für Hamas, nur die verschwundenen oder geraubten Möglichkeiten des Widerstandes. Die Tatsache, dass die den Palästinenser_innen zur Verfügung stehenden Mittel für einen effektiven Kampf gegen die Besatzung so reduziert wurden, dass sie zu dem Anstieg der Hamas geführt haben, zeigt nur die unmenschliche Natur der langjährigen Besatzung und ihre furchtbaren Folgen für das tägliche Leben der Palästinenser_innen. Weiterhin, zeigt es die katastrophale Passivität der Gesellschaften auf der Welt, als auch die dreckige Politik der westlichen Mächte. In diesem Zusammenhang wird ein weiterer Widerspruch in den Haltungen der konventionellen Friedensuchenden, als auch von Teilen der puritanischen Linken, sichtbar: Während sie Hamas vorhalten, eine gewalttätige Terrororganisation zu sein, vergessen sie nicht auch ihre Ablehnung gegen die BDS-Kampagne [17] bekannt zu machen, weil diese Kampagne, ihrer Meinung nach, zu „radikal“ oder mit antisemitischen Tendenzen konform ist.

Und schließlich, das Reduzieren der aktuellen Protestwellen auf einzelne Elemente, die sofort und automatisch einem größeren Rahmen von Antisemitismus zugeschrieben werden, ist eine subtile propagandistische Taktik um zwischen Unterdrückern und Unterdrückten die Rollen zu tauschen. Ein Diskurs, der den Holocaust durch seine Versuche, Antisemitismus von anderen vorhandenen fanatischen Tendenzen zu differenzieren, hervorhebt, sogar so ein Diskurs, der den Holocaust nicht für die Zwecke der Verteidigung von Israels Politik instrumentalisieren will, bestreitet und verbirgt die massive Maßen der Nachfolgen dieses Holocausts [18]. Die indirekte Botschaft dieser weitverbreiteten Ansicht ist es, dass die Einzigartigkeit des Holocausts die Einzigartigkeit seiner Opfer bezeugt. So eine Sicht, indem sie dem Antisemitismus den höchsten Rang von allen möglichen Gefahren gegen die heutigen Gesellschaften erteilt, legitimiert jede Autorität, die sich als eine Opposition gegen den Antisemitismus darstellt. Diese Legitimität gehört natürlich nur denen, die sich oder ihre Position der „Einzigartigkeit“ des Holocausts zuschreiben können. (Das ist der Grund, weshalb das israelische Regime ständig versucht, sich als die historische Verkörperung des Judentums und als der einzige Vertreter des Weltjudentums darzustellen). So eine exklusive Betonung des Holocausts [19], mit ihrer wahrhaften Beharrlichkeit auf seine katastrophale Charakter, trägt aber ein Paradox mit sich: So wie es den Holocaust als ein einzigartiges Ereignis der modernen Weltgeschichte darstellt, muss es den Holocaust auch als eine beendete und unwiederholbare Katastrophe betrachten. Wobei seit dem Ende des zweiten Weltkrieges zahlreiche schreckliche Anlässe uns immer wieder zu erinnern versuchten, dass wir immer noch in derselben Geschichte leben, die den Holocaust hervorgerufen hat; als ob sich der Holocaust seitdem durch so viele Konzentrationslager, in solche immensen Maßen auf der ganzen Welt, so oft vervielfacht hat.

 

Fazit

 

In einer Situation, in der jeglichen Kampf gegen die israelische Besatzung (sogar die BDS-Kampagne)  als „Terrorismus“ oder „Antisemitismus“ gebrandmarkt wird, während der  systematische israelische Staatsterror als „Selbstverteidigung“ dargestellt wird und gewaltige Unterstützung seitens der Weltmächte und ihrer eigenen Massenmedien genießt; in einer Situation, in der das israelische Regime, die Appelle und Beschlüsse verschiedener globalen Instanzen ablehnend, den Friedensprozess aufhebt und mittlerweile den Prozess der Säuberung palästinensischen Landes, die Entwicklung von Siedlungen, die gesamte Unterdrückung vom Widerstand und seine gelegentliche militärische Angriffe fortsetzt;  in einer Situation, in der einer unterdrückten Nation all ihrer Möglichkeiten der Fortsetzung eines kollektiven Widerstandes entzogen werden, insbesondere,  in einer Situation in der all dieser Taten, trotz der Anklagen ablehnender Juden_innen, im Namen aller jüdischen Menschen begangen und so präsentiert werden, als ob sie ihre Interessen und Forderungen schützen; in einer Situation, in der alle Konsequenzen der imperialistischen Politik im Nahen Osten in den vergangenen Jahrzehnten, zusammen mit einigen wertvollen Formen vom Erwachen der Unterdrückten, auch eine Welle reaktionärer Tendenzen [20] hervorgerufen haben; und in der Situation, in der die Antwort der westlichen Mächte auf die vernichtende Folgen ihrer eigenen Politik nur ein lauteres Schlagen der Trommel der Islamophobie und Anti-Islamismus ist, ist es klar ersichtlich, dass die psychologischen Folgen der Besatzung und der andauernden Verbrechen des israelischen Regimes weitere Ausmaße erreichen würden, als im Rahmen des Widerstandes anpassbar und kompatibel ist. Ohne Zweifel, sind diese neuen Ausmaße nicht nur unvertretbar aus einer humanistischen Sicht, sondern werden dem Prozess der Formung palästinensischen Widerstandes auch große Schaden zufügen.

In dieser Hinsicht dürfen aber linke Menschen und Organisationen nicht nur ein ausgewähltes Teil des jetzigen Komplexes betonen, so wie es die Intellektuellen und politischen Traditionen der Rechten immer gemacht haben. Um ein Zeichen gegen die ungerechten Aspekte zu setzen, die in dem Widerstandsprozess auftreten (einschließlich tatsächlicher Erscheinungen des Antisemitismus in der jüngsten Protesten, nicht der überzogenen oder gar ausgedachten Berichte), sind manche Schritte für linke Menschen und Organisationen erforderlich: Erstens, müssen sie auf der Ganzheit des palästinensischen Problems beharren. Zweitens, durch aktives Engagement in den Mobilisierungs- und Organisationsprozessen sollen sie versuchen, die beschränkten Möglichkeiten zu erweitern, die den Palästinensern zur Verfügung stehen, um ihren kollektiven Kampf gegen die Besatzung und die systematischen israelischen Verbrechen fortzuführen [21]. Nur das Erweitern dieser Möglichkeiten und Mittel kann die reaktionären Tendenzen isolieren. Zudem ist dieser Kampf nur vom innen heraus zu beeinflussen, und natürlich bezugnehmend auf die gesamten Faktoren, die die Bedingungen und den Bereich dieses Kampfes bestimmen. Sonst ist das Erklären eines puritanischen Einwands gegen die antisemitischen Erscheinungen innerhalb der jüngsten Proteste und insbesondre das Reduzieren all dieser Proteste nur auf solche Erscheinungen ohne Hinsicht auf ihre Absichten nur eine Instanz der aktuellen Formen der Unterdrückung, Einschränkung und Eingrenzung des palästinensischen Widerstandes. Solche abstrakte Moralität, mit ihrer Einseitigkeit und Engstirnigkeit, ist mit der Erwartung zu vergleichen, dass gefolterte Menschen nur auf so einer Art und Weise schreien, die den Respekt und Ehre ihrer Folterer bewährt. Aber zweifellos sind die großen autoritären europäischen Regierungen, ihre „entsprechenden“ Regeln und Gesetze nutzend, ihre gezähmten Journalist_innen und Kommentatoren nutzend, und ihre bis an die Zähne ausgerüstete Polizeikräfte nutzend, sehr wohl in der Lage, genau das zu machen [22].

Allerdings ist der grundlegende Widerspruch dieser „puritanischen Linke“ darin zu finden, dass sie als Reaktion auf die Phänomene, die selbst ihren Ursprung in der Abwesenheit des linken Einfluss auf die Protestbewegungen gegen die israelische Politik haben, sich einfach aus den Protesten zurückziehen, anstatt ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten für Erweiterung der Solidarität mit den palästinensischen Kämpfen zielstrebiger zu verstärken. Innerhalb dieses Widerspruches beweisen sie eine weitere Schwäche, nämlich, wie sie von der herrschenden Ordnung beeinflusst und gar gefangen sind. In der Tat, spielen sie passiv auf einem Spielfeld, in dem Antisemitismus als ein exklusives Mittel für die Fortsetzung von Unterdrückung und Herrschaft genutzt wird; wo Islamhass und das Zusammenschmelzen aller Muslime zu einem einzigen Feindbild beworben und befördert wird; wo, zusammen mit dem Leugnen der großen Rolle des systematischen Staatsterrors, der bewaffnete Widerstand gegen die Besatzung als der wahre Terrorismus dargestellt wird.

Die Bedeutung der jüngsten Proteste, die in vielen europäischen Großstädten stattfanden, trotz all ihrer disharmonischen, inhomogenen, ungeplanten und chaotischen Aspekte, als auch eigener antisemitischen Erscheinungen, die bei einigen von denen beobachtet wurden, ist das sie alle aus einem schmerzhaften Komplex namens „Das palästinensische Problem“ ausgelöst wurden, und von der lebenden Realität Palästinas inspiriert sind. Die Seele Palästinas, jenseits des langjährigen Leides auferlegten Erwürgens und Unterdrückung, ist durch die Proteste auf den Straßen der Großstädte mitgelaufen, atmend und sich verstärkend mit dem wütenden Schrei der Menschen. Zudem, zugleich mit Palästina, haben manche der „Ausländer“ auch auf diesen „fremden“ Straßen mitgeatmet, um Politik auszuüben. Die Parole „Free Palestine“ aus ihrem Hals hat auch den Nachklang ihrer Diaspora, Exil, Fremdheit und zerstörten Leben Stimme gegeben. 

Die Eigenschaft und Logik der systematischen Verbrechen Israels kann nicht begriffen werden, ohne die Machtstruktur zu verstehen, in der dieses Regime existiert, funktioniert und sich bewegt. Von daher, um gegen diese Verbrechen zu kämpfen muss auch – und insbesondre – gegen alle unmenschlichen Politiken der Weltmächte (wie die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich usw.) gekämpfen werden, die immer mit diesem Regime alliiert waren und ihm ihre bedingungslose Unterstützung bereitgestellt haben. Jene Politiken, am besten als „imperialistische Politiken“ beschrieben, haben den Nahen Osten in eine Hölle aus Kriegen, gewalttätigen Konflikten, Hass und Massaker verwandelt. Neben den der Palästinenser_innen wurde ebefalls Gemetzel, Diaspora und Exil in die Schicksale der syrischen und irakischen Bevölkerung verwoben, unter ihnen Kurd_innen, Araber_innen, Assyrer_innen, Christ_innen und mehr.

Kurz gefasst, jede Vorgehensweise an das Thema Palästina, wenn sie interne Widersprüche vermeiden möchte, muss Abstand von den Normen und Mustern nehmen, die von den herrschenden Ideologien geprägt werden. Das ist der Grund warum Palästina zu einem Kompass unserer Wahrheit durch diese betrügerische, ungerechte Welt geworden ist.

Wann das getan ist, und um uns an unsere Verpflichtung an die Wahrheit zu erinnern und sie wieder zu beleben, bleibt nichts Besseres als praktische Solidarität mit dem Widerstand in Palästina: Es lebe und werde siegreich der stolze Widerstand der palästinensischen Bevölkerung! 

 

Fußnoten

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1. Der Begriff „Antisemitismus“ bedeutet, gegen Menschen semitischer Herkunft zu sein; jedoch, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Begriff spezifisch als „Anti-Jüdisch“ verwendet.

 

2. Auf all die Berichte und Artikel zu diesem Thema in dem deutschen Mainstream-Media zu verweisen, wäre hier in diesem Rahmen unmöglich. Daher wäre es vielleicht klarer, eine einziges deutsches Media (Frankfurter Rundschau) in einem begrenzten Zeitraum unter die Lupe zu nehmen. Wenn betrachtet wird, welche Verteidigungskampagne diese liberale-linke Zeitung über das Thema „Antisemitismus“ geführt hat, es ist nicht schwer zu nachvollziehen, wie die Boulevardzeitungen oder rechtsextreme Medien an das Thema rangehen:

Die tiefere Dimension des Judenhasses | Frankfurter Rundschau, 20. Juli 2014

Neue Dimension des Antisemitismus | Frankfurter Rundschau, 21. Juli 2014

Die unheilige Allianz | Frankfurter Rundschau, 21. Juli 2014

Antisemitismus-Welle sorgt für Empörung | Frankfurter Rundschau, 22. Juli 2014

Angst vor Übergriffen | Frankfurter Rundschau, 22. Juli 2014

Wir müssen Brandmauern errichten | Frankfurter Rundschau, 23. Juli 2014

Warnung vor "französischen Verhältnissen" | Frankfurter Rundschau, 24. Juli 2014

Freie Meinung und Aggression | Frankfurter Rundschau, 24. Juli 2014

Wie halten wir’s mit Israel? | Frankfurter Rundschau, 25. Juli 2014

Auf Distanz zu Judenhass | Frankfurter Rundschau, 25. Juli 2014

Wieder Anti-Israel-Proteste | Frankfurter Rundschau, 25. Juli 2014

Antisemitismus und Mogelei | Frankfurter Rundschau, 26. Juli 2014

 

3. Manchmal werden die Begriffe „Islamophobie“ oder „Xenophobie“ bevorzugt, anstatt „Anti-Islam“ oder „Fremdenfeindlichkeit“ /„Anti-Fremden“. Hier sollte bemerkt werden, dass obwohl die zunehmenden Tendenzen von „Islamophobie“ und „Xenophobie“ von einer kulturellen Basis für  das Produzieren und Reproduzieren von Anti-Islam und Fremdenfeindlichkeit ausgeht, in der heutigen Realität, in der diese zwei Praktiken tatsächlich in so vielen westlichen Gesellschaften existieren (wie klar von mehreren Aspekten der Politik, der Massen-Media oder sozialen Schichten propagiert wird) und sich systematisch reproduzieren, das Vermeiden der direkten Begriffe nur dazu dient, die Katastrophe zu mindern. Der Begriff „Phobie“ (im Gegensatz zu „Anti“) suggeriert weniger Wille und Subjektivität. Die Betonung von Angst und Phobie, und das Reduzieren der Anti-Islamischen (und fremdenfeindlichen) Aspekte auf bloße psychologische Aspekte, ignoriert die politischen Zusammenhänge und Funktionen.

 

4. Die Darstellung des sogenannten „Staat Israel“ (oder eigentlich, besetztes Palästina) als eine historische Verkörperung des Judentums war immer eine wichtige Tendenz in der Propaganda des israelischen Regimes. Es gibt viele Beweise für die systematische Versuche Israels Regimes, Israel mit Judentum gleichzusetzen, unter denen: 1. Die vorgeschlagene Gesetze, die den Status des Staates Israel als ein in erster Linie jüdischer Staat und nur zweitens ein demokratischer festlegen, 2. Die Art und Weise, wie die israelische Regierung verschiedene jüdische Netzwerke und Gruppierungen als politische Interessengruppen verwendet, um eine pro-israelische und zionistische Agenda zu fördern. 3. Israels massive Investitionen in dem Organisieren von kostenlosen Reisen für Jugendliche jüdischer Herkunft aus Europa und den USA in das „gelobte Land“ unter dem Vorwand, ihnen ihre Religion- und Kulturerbe zu zeigen; wobei das tatsächliche Ziel dieser Reisen namens „Birthright“ (Geburtsrecht) das Indoktrinieren dieser Jugendliche durch zionistische und militaristische israelische Propaganda und das Implementieren eines patriotischen Einheitsgefühl ist.

 

5. Jewish Voice for Peace / Jüdische Stimme für gerechten Frieden

 

6. Jüdische Kritiker von Israel werden von pro-israelischen Juden oft als „selbsthassende Juden“ oder „nützliche Idioten“ bezeichnet, um sie so darzustellen, als könnten sie die historische Situation und Interessen der Juden nicht verstehen, und um ihre Kritik und Protest zu ignorieren, als auch um ihre Stimmen zu delegitimieren; auch versuchen sie ihnen konkretere Hindernisse in den Weg zu stellen, wie z.B. Gerichtsverfahren.

 

7. Wie die Augen vor dem Schicksal der Palästinenser zu verschließen, oder gleichgültig gegenüber der Zunahme an antimuslimische und antiarabische Tendenzen zu sein. Um ein tieferes Verständnis  der Widersprüche dieser Vorgehensweise zu gewinnen, reicht es, die echten Erscheinungen und üblichen Beispiele von antimuslimische Tendenzen mit der offiziellen Begriffserklärung von „Antisemitismus“ zu vergleichen. Die Jewish Virtual Library definiert Antisemitismus wie folgt:

„Antisemitismus ist ein Vorurteil gegen, Hass auf oder Diskriminierung von Juden als eine nationale, ethnische, religiöse oder Rassen- Gruppe.“

 

8. Solange dass die Kriegshetze, die Besatzung und expansionistische Unterfangen benötigt, ein Teil der Charakter Israels bleibt, so bleibt auch das Töten von Kindern ein untrennbares Teil davon. Deshalb soll die politische Beurteilung nach den Taten und nicht nach den Absichten gezogen werden; von daher widerspricht diese Parole der Realität nicht. Die Anzahl der Morde von Kindern in dem jüngsten Angriff auf Gaza ist der eindeutigste Beweis dafür. Darüber hinaus, nicht nur dass das israelische Regime mit seinen aggressiven Plänen nicht zögert, „feindliche“ Kinder umzubringen, es gibt sogar Beweise, wie eifrig Israel bei der Indoktrinierung seiner eigenen Kinder ist, um das Töten ihrer „arabischen Feinde“ zu normalisieren. Dieses Video ist ein klares Beispiel dieser Tendenz.

Mittlerweile basieren diejenigen, die diese Parole „antisemitisch“ nennen, ihre Behauptung auf eine hypothetische Interpretation eines historischen antisemitischen Stereotyp, das anscheinend auf den 13. Jahrhundert zurückzuführen ist. Laut diesem Stereotyp, haben die Juden das Blut christlicher Kinder verwendet, um Brot für das religiöse Pessach-Fest zu backen. Zusätzlich zu der ablenkenden Taktik dieser Rhetorik, dient diese Vorgehensweise auch dazu, die beabsichtigte Verwischung der Grenzen zwischen dem Judentum und dem israelischen Staat fortzusetzen, wie sie andauernd von dem israelischen Regime verbreitet wird, mit der Absicht, anti-israelische Kritik der Kritik gegen Juden zuzuordnen.

Um den rhetorischen Argumenten denen, die diese Parole ablehnen, entgegenzutreten, muss bemerkt werden, dass das Wesen Israels in erster Linie auf seine Existenz als ein Nationalstaat oder ein Land mit klaren kolonialen und militanten Ursprüngen und Fundamenten basiert ist, noch bevor es die Verkörperung der jüdischen Ethnizität oder Religion ist. So, wenn das israelische Militär (mit der finanziellen, militärischen und politischen Unterstützung der USA) sich beim Streben nach den politischen Zielen seiner Regierung an Gaza wendet, und dabei keine Hemmung hat, Gazas Zivilst_innen (unter denen Kinder) umzubringen, ist es das Recht aller Menschen der Welt, wenn sie diese mörderischen Aktionen ansprechen, den Staat Israels „Kindermörder“ zu nennen.

 

9. Einführung in die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen)

 

10. Wären nicht so viele der arabisch-muslimische Gesellschaften von autoritären Regimen regiert, oder wäre das palästinensische Anliegen nicht von so vielen dieser Regierungen instrumentalisiert worden, um ihre Herrschaft zu legitimieren, oder wenn ein großes Teil des Nahosten nicht in den Zivilkriegen der imperialistischen Politiken verbrennen würde, hätten wir sicherlich eine massive Protestbewegung gegen die Verbrechen Israels in diesen Gesellschaften wegen der jetzigen Situation sehen können.

 

11. Für mehr als zwei Jahrzehnte jetzt haben die Massenmedien der westlichen Länder (zusammen mit den Produzenten von großen Filmproduktionsfirmen) kontinuierlich und mit Absicht die Gewalt und reaktionäre Taten von islamischen fundamentalistischen Gruppierungen (von dem Taliban und Al-Qaida, bis zum heutigen ISIS, Boko Haram usw.) überbetont. Der gemeinsamer Nenner dieser befangenen Medien-Darstellungen ist eine flache, eindimensionale, übertriebene und pauschalisierende Analyse des anwachsenden islamischen Fundamentalismus. Laut dieser Darstellungen wurde das essentialistische Bild (ethnisch, religiös) des islamischen Fundamentalismus zunehmend, durch das Entfernen aller historischen, politischen und kausalen Mechanismen dieses Phänomens, populär.

 

12. Die Teilnahme der Staaten in dem neulich zugestimmten Beschluss der Menschenrechtenrat der UN in Genf, Druck auf die israelische Regierung auszuüben, um das Töten zu stoppen, ist klar. Die USA haben gegen den Beschluss gestimmt, zusammen mit 17 Enthaltungen. Unter den Enthaltungen sind die Regierungen von Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich und Japan zu finden.

 

13. Die Zeit des Abstiegs der Linken in nahöstlichen Ländern, die mehr oder weniger in den gleichen Zeitraum fällt wie der Anstieg des staatlichen Islams und des islamischen Fundamentalismus (Iraq, Pakistan, Iran, Afghanistan, die Turkey usw.), stimmt zweifellos mit dem Abstieg der globalen Linke überein. Aber der Abstieg der Linke im Nahen Osten ist mit der Geschichte der systematischen Unterdrückung der linken Kräfte und Gruppierungen in diesen Ländern stark verbunden. Hier kann die Rolle der autoritären Regimen betont werden, die von dem Westen auf nahöstliche Länder aufgezwungen wurden, oder ihre kontinuierliche Unterstützung der eigensinnigen Herrscher dieser Länder, bis zu ihrem unvermeidlichen Niedergang.

 

14. Diese Parole zu verstehen dürfte nicht allzu kompliziert sein, wenn die Parole „Death to Israel“ so gesehen wird, als bezieht sie sich auf die israelische Regierung als eine Macht, die die Besatzung kontrolliert. Es ist nicht möglich zu beweisen, dass die Wut gegen die Besatzung und Israels Verbrechen (und all die Formen, dieser Wut Ausdruck zu geben), sich zwingend und generell nicht auf eine jüdische Person bezieht. Diese unmögliche Arbeit passiert nur mit dem weiterverbreiteten Einfluss der zionistischen ideologischen Annahmen.

 

15. What does Hamas really want? Gideon Levy, Haaretz

(Die Forderungen von Hamas und den Palästinenser_innen sind legitim)

 

16. Die Gründe für Israels Krieg gegen Gaza; Kamran Matin, BBC Persisch.

 

17. Die Offizielle Webseite der BDS.

 

18. Der französische Philosoph Gilles Deleuze kritisiert in einem seiner kurzen Essays (1983) die Instrumentalisierung des Holocausts und seine Monopolisierung zugunsten zionistischer Politiken: The Grandeur of Yasser Arafat, Gilles Deleuze.

Für genaueres siehe das auch Buch des jüdischen Historiker und Forscher Norman Finkelstein, „The Holocaust Industry“.

 

19. Der Begriff Holocaust stammt vom griechischen Wort „Holokauston“, welches das Opfern eines Tieres bedeutet, in dem das gesamte („olos“) Tier komplett verbrannt („Kaustos“) wird. Ein Mönch aus dem 12. Jahrhundert war der erste dokumentierte Chronist, der den Begriff „Holocaustum“ in Großbritannien verwendet hat. Für Jahrhunderte wurde das Wort „Holocaust“ im Englischen als Allgemeinbegriff für große Massaker verwendet. Seit der sechziger Jahre wird der Begriff von Akademiker_innen und Schriftsteller_innen ausschließlich im Bezug auf den Nazi Genozid an den europäischen Juden benutzt. Immerhin wird manchmal der Begriff allgemeiner verwendet, im Bezug auf Ereignisse wie die historische Genozide an den Armenier_innen, Ukrainer_innen und anderen (Quelle: „Holocaust“ auf Wikipedia).

 

20. Das Merkwürdige ist, dass die Mehrheit dieser fundamentalistischen Gruppen und Organisationen die organische Unterstützung von Staaten genießen, die selbst alte Alliierten der imperialistischen Staaten im Nahen Osten sind.

 

21. Was ein Kampf gegen die Verbrechen des israelischen Staates ist, und besonders gegen die Politiken der Macht, die dieses Regime ständig unterstützen (wie die USA). Die Politiken die den Nahen Osten in einen Ort voller Krieg, Hass und Töten verwandelt haben, wo jetzt, zusätzlich zu Palästina, Tod, Vertreibung und Exil auch eine massive Anzahl von Menschen in Syrien und Iraq erwarten.

 

22. Als Beispiel, hat die Berliner Polizei auf einigen Demos, abgesehen von ihrer gängigen Provokation und von ihrem brutalen und aggressiven Verhalten, auch Demonstrant_innen gefordert, ihr auf arabisch geschriebene Parolen zu übersetzten, nach dem Stereotyp, dass jede arabische Schrift eine potentielle pro-salafistische oder antisemitische Parole wäre. Wegen der Stimmung, die  mit Hilfe den Massen-Medien nach den letzten Demonstrationen gegen die israelische Verbrechen entstanden ist, haben einige Veranstalter_innen, um zu beweisen, dass sie nichts Falsches machen, sogar die Polizei nach der Demo darum gebeten, öffentlich anzukündigen, dass der Protest friedlich gewesen sei. Dies geschieht um den Medien weniger Möglichkeiten zu geben, ihre Berichterstattung zu manipulieren, und um den Demonstrant_innen zu ermöglichen weiter auf die Straßen zu gehen, um die humanitären Rechte der Palästinenser_innen zu schützen.

 

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